Roving Edge – Die Oracle-Cloud mobil und offline vor Ort dabei (mit Interview)

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Oracle Roving Edge Infrastructure
Oracle Roving Edge Infrastructure – Die Oracle-Cloud mobil und offline vor Ort dabei

Mit der Oracle Roving Edge Infrastructure können die Dienste der Oracle Cloud Infrastructure (OCI) über sog. Roving Edge Devices (RED) auch in Szenarien verfügbar gemacht werden, bei denen eine hohe lokale Rechenleistung vor Ort notwendig ist und keine oder eine unzureichende Netzwerkverbindung vorhanden ist.

Mehr Infos dazu aus erster Hand gibt es im Interview mit Regis Louis, Vice President Cloud Strategy EMEA von Oracle (siehe unten).


Vor kurzem hat Oracle im Rahmen einer Oracle Live Session die Oracle Roving Edge Infrastructure vorgestellt, mit der (Hybrid) Cloud Szenarios mit Edge-Anforderungen umgesetzt werden können. Dadurch wird das Public Cloud Angebot sowie das Cloud@Customer-Angebot um eine interessante Komponente ergänzt.

Ich hatte die Gelegenheit, zu diesem Thema ein kurzes Video-Interview mit Regis Louis, Vice President Cloud Strategy EMEA von Oracle, führen zu können. Den nach bestem Wissen und Gewissen übersetzten deutschen Text gibt es unter dem Video.

Begrüßung

Oliver Höß (Innovative Trends): Hallo Regis, ich freue mich, Sie heute zu treffen (wenn auch nur virtuell). Wir würden gerne etwas über die neue Oracle Roving Edge Infrastructure erfahren und ich freue mich, dass Sie uns da sicher gleich aufklären werden. Aber zuerst könnten Sie uns ein bisschen über Ihre Rolle bei Oracle erzählen.

Regis Louis (Oracle): Sicher doch. Mein Name ist Regis Louis und ich bin Vice President of Cloud Strategy for Europe, Middle East and Africa (EMEA). In dieser Rolle bin ich auch die Verbindung für dieses Gebiet zu unserer Entwicklungsorganisation.

Gesamt-Konzept und Rolle von Roving Edge

Oliver Höß (Innovative Trends): Vielen Dank. Ich weiß, dass Oracle eine Vielzahl von Angeboten im Cloud-Umfeld hat. Könnten Sie uns einen Überblick über die Oracle Cloud und insbesondere die Hybrid Cloud Strategie geben ?

Regis Louis (Oracle): Aber sicher doch. In Bezug auf Hybrid Cloud ist es so, dass wir ganz klar sehen, dass unsere Kunden sich entscheiden, ihre Systeme nicht ausschließlich On-Premise oder ausschließlich in der Public Cloud zu betreiben. Offen gesagt, betrachten alle globalen Organisationen, die wir rund um die Welt kennen lernen, hybride Betriebsmodelle, sei es aus technischen oder regulatorischen Gründen. Und es ist unsere Strategie bei Oracle, unsere Kunden dort abzuholen, wo sie aktuell in ihrem Cloud Adoption Journey sind.

Aber auch wenn man über Hybrid Cloud spricht, gibt es nicht den „One-Size-Fits-All“-Ansatz. Es gibt unterschiedliche Anforderungen und unterschiedliche Use Cases, die beispielsweise davon abhängen, welche Größe und Typen von Workloads man deployen möchte, welche Konnektivitäts-Anforderungen man hat und wo sich die Daten befinden, die man verarbeiten möchte. Sind die Daten On-Premise, sind sie in der Cloud oder im Edge-Bereich.

Wir sehen verschiedene Use Cases für Hybrid Cloud Modelle. Manche Kunden wollen ihre On-Premise Umgebungen in die Public Cloud ausdehnen. Manche Kunden wollen die Public Cloud in ihrem eigenen Rechenzentrum nutzen, was heutzutage auch möglich ist. Und die dritte Variante ist, dass man kleinere Workloads am Rand („Edge“) der Cloud betreiben möchte, wo oftmals die Konnektivität die Herausforderung ist.

Um zu Ihrer Frage zurückzukommen: Unsere Gesamtstrategie ist es, Lösungen für alle die genannten Use Cases bereitzustellen und somit unsere Kunden zu unterstützen, die jeweils passende Option für ihren Hybrid Cloud Ansatz zu bekommen.

Was wir getan haben, ist die Oracle Cloud als Public Cloud zur Verfügung zu stellen. Aktuell haben wir 29 Regionen rund um die ganze Welt und 38 Regionen bis zum Ende des Jahres. Das ermöglicht es unseren Kunden, Teile ihrer Workloads On-Premise zu betreiben und Teile in unserer Public Cloud. Dabei können sie frei entscheiden, welche Workloads in welchem Deployment Modell betrieben werden sollen.

Wir haben auch Kunden, die zwar gerne ein Public Cloud Modell nutzen würden, aber dies aus regulatorischen oder technischen Gründen nicht können. Also haben wir das Konzept Cloud@Customer entwickelt. Dabei gibt es die Variante Exadata Cloud@Customer, wo es möglich ist, das volle Database-as-a-Service Cloud Computing Modell im eigenen Rechenzentrum zu nutzen. Dann gingen wir noch einen Schritt weiter und haben die Dedicated Regions Cloud@Customer entwickelt, bei der man die gesamte Oracle Public Cloud Funktionalität inklusive aller Oracle-Cloud-Services im eigenen Rechenzentrum betreiben kann. Alles läuft dann abgeschlossen im eigenen Data Center.

Außerdem – und das ist für viele Kunden im Kontext Hybrid Cloud wichtig – haben wir die Oracle Cloud VMware Solution auf den Markt gebracht, die es ermöglicht, On-Premise VMware-Workloads in einem hybriden Kontext nativ in der Oracle Cloud zu betreiben, entweder in der Public Cloud oder in einer oben erwähnten Dedicated Region.

Und wir haben gerade eine neue Variante angekündigt, mit der man den Hybrid Cloud Ansatz im Edge-Bereich umsetzen kann, die wir Oracle Roving Edge Infrastructure nennen. Damit hat man die Möglichkeit, Cloud-Funktionalitäten im Edge-Bereich des Netzwerks zu nutzen, wo es oftmals keine oder nur beschränkte Konnektivität gibt. Ziel ist es, die Rechenkapazitäten so nah wie möglich an die Daten zu bringen. Also Rechenleistung, Speicher und Netzwerk, die man so nah wie möglich an die Daten bringen kann, die man verarbeiten möchte. Das ist genau die neu angekündigte Roving Edge Infrastructure.

Use Cases für Roving Edge

Oliver Höß (Innovative Trends): Könnten Sie uns ein paar spezifische Use Cases für die Roving Edge Infrastructure erläutern ?

Regis Louis (Oracle): Natürlich, gern. Es gibt eine Vielzahl von Use Cases, bei denen unsere Kunden eine derartige Infrastruktur benötigen. Wie ich bereits gesagt habe, jeder Use Case bei dem die Konnektivität zur Cloud- oder zur On-Premise-Umgebung eine Herausforderung ist. Beispielsweise in der Sicherheits- bzw. Verteidigungs-Branche, wo Soldaten die Rechenleistung im Feld, in einem Flugzeug oder in einem Boot benötigen, wo es keine Konnektivität gibt. Oder in der Landwirtschaft, wo man ins Feld geht und man die Rechenleistung benötigt, um die Daten aller Sensoren zu verarbeiten, die es inzwischen überall gibt. Ein weiterer Bereich ist Oil & Gas, wo man diese Rechenleistung offshore auf Offshore-Bohrinseln ohne Konnektivität benötigt. Oder im Healthcare-Umfeld, wo man die Edge-Funktionalität zu den ganzen Geräten und Sensoren bringen möchte. Also überall, wo man die Rechenkapazität in der Nähe der Datenquellen benötigt und wo man oftmals rechenintensive Aktivitäten, wie z.B. KI- oder ML-Algorithmen, auf diesen Daten arbeiten lässt.

Details zur Hardware

Oliver Höß (Innovative Trends): Können Sie uns ein paar Details zur Hard- und Software geben ? Was ist in den Geräten drin ?

Regis Louis (Oracle): Klar. Es sind relative kleine Geräte, aber man kann sie zu Clustern mit bis zu 15 Knoten kombinieren, so dass sie ganz schön leistungsfähig sind. Jeder Knoten enthält 40 Kerne, quasi das Äquivalent von 80 vCPUs. Außerdem eine GPU für KI- und ML-Algorithmen. Die Geräte haben 512 GB RAM und 61 TB Speicher, das sind schon ordentliche Maschinen. Und wie ich schon gesagt habe, können bis zu 15 Geräte geclustert werden, wenn man mehr Power benötigt. Es ist alles gesichert und ruggedized, so dass die Geräte wirklich an Bord eines Flugzeugs oder Schiffs oder im Feld verwendet werden können. Das Hardcase ist nach militärischen Spezifikationen entwickelt. Außerdem ist es mit einem On-Board-Trusted Plattform Module (TPM 2.0) ausgestattet, das die Sicherheit des Gerätes garantiert.

Oliver Höß (Innovative Trends): Man kann die Geräte sicherlich auch Wireless verbinden, oder ?

Regis Louis (Oracle): Könnte man natürlich. Aber die natürliche Art und Weise des Einsatzes ist ein wenig anders. Lassen Sie uns den Lifecycle anschauen: I.d.R. bereitet man die Applikationen in der Public Cloud vor, wo man sie auch testet. Man erzeugt seine VMs, man erzeugt die Daten bzw. bereitet sie vor und dann testet man alles in der Public Cloud. Wenn man fertig ist und sagt, man benötigt alles auf dem Roving Edge Device, dann provisionieren wir bei Oracle die selektierten VMs sowie die selektierten Daten auf das Device und schicken es an den Kunden. Man erhält das Gerät in einer sicheren Lokation oder kann es abholen.

Anschließend kann man fortfahren und es im Feld nutzen. Man kann vollständig offline damit arbeiten, aber wenn man es an einem Punkt wieder mit dem Netzwerk verbinden möchte, schaltet sich die Synchronisation ein und der gesamte Object Storage des Geräts wird mit der Cloud synchronisiert. Außerdem können natürlich Updates und Patches auf das Gerät gesendet werden.

Also ein sehr einfaches Nutzungsmodell. Wenn man ein Gerät nicht mehr benötigt, z.B. weil es nur für einen kurzzeitigen Einsatz gebraucht wurde, kann man es zu Oracle zurücksenden und wir zerstören alles auf dem Gerät. Oder – wenn man spezielle Security-Vorgaben hat – kann man es behalten und selbst zerstören. Okay, das kostet natürlich eine Gebühr, aber es ist ein Fall, den wir berücksichtigt haben. Also ein sehr einfaches Modell.

Potenzieller Kundenkreis

Oliver Höß (Innovative Trends): Können Sie uns bereits ein paar Kunden nennen ?

Regis Louis (Oracle): Na ja, wir haben die Roving Edge Infrastructure erst vor wenigen Wochen vorgestellt. Von daher haben wir noch keine Kunden live auf dem Gerät, obwohl wir eine Vielzahl von Organisationen in den bereits erwähnten Branchen haben, die den Einsatz derartiger Edge-Infrastrukturen untersuchen. Aber wir haben Roving Edge in enger Zusammenarbeit mit Kunden entwickelt. Die Spezifikation ist in Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium und anderen Kunden, die diese Anforderungen haben, entstanden. Von daher sind wir ziemlich sicher, dass wir eine Vielzahl von unterschiedlichen Use Cases dieser Kunden abdecken können.

Oliver Höß (Innovative Trends): Wow … ein sehr interessantes Produkt. Ich muss sagen, dass ich beeindruckt bin. Ich würde es gerne selbst ausprobieren, aber ich gehöre natürlich nicht zur Zielgruppe. Vielen Dank für Ihre Zeit … ich bin gespannt, wie es in Zukunft weiter geht.

Regis Louis (Oracle): Gern geschehen … ich freue mich schon auf unsere nächste Unterhaltung.

Oliver Höß (Innovative Trends): Vielen Dank und alles Gute !

Aus meiner Sicht ein wirklich interessantes Produkt, das die Themen Mobile-, Edge- und Cloud-Computing auf einer innovative Art und Weise kombiniert.

Hier gibt es detaillierte Informationen zur Oracle Roving Edge Infrastructure

Oliver Höß

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