Nicht besser, sondern nur anders … ein Plädoyer für mehr Kontinuität in der Softwareentwicklung

Es ist nicht gesagt, dass es besser wird, wenn es anders wird.
Wenn es aber besser werden soll, muss es anders werden.
Georg Christoph Lichtenberg

Dies ist eines meiner Lieblingszitate und wird Georg Christoph Lichtenberg zugeschrieben. Es besagt, dass man für Veränderungen bereit sein muss, wenn man Verbesserungen erreichen möchte. Dabei muss man auch für Risiken offen sein, da nicht jede Änderung immer zu einer Verbesserung führt.

Es sollte jedoch nicht derart missverstanden werden, dass Änderungen um der Änderung willen durchgeführt werden sollten und Etabliertes / Bewährtes ohne triftigen Grund anders gemacht werden sollte, ohne eine wesentliche Verbesserung zu erzielen.

Ein (nicht ganz) fiktives Beispiel aus der Softwarebranche: Ein sehr weit verbreitetes Software-Paket, das u.a. eine Textverarbeitung und Tabellenkalkulation enthält, wird in einer neuen Version herausgebracht, bei dem grundlegende Bedienkonzepte geändert werden. Im Vergleich zu alten Versionen sind jetzt eine Vielzahl von unterschiedlichen Menü-Arten vorhanden und auch die einzelnen Menü-Punkte sind auf eine auf den ersten Blick schwer nachvollziehbare Art angeordnet. Kurz: vieles ist anders, aber nicht unbedingt besser … Dies führt dazu, dass die Millionen bestehender Nutzer einen sehr hohen Einarbeitungsaufwand haben und ihre Produktivität erst einmal absinkt.

Hier wäre ein wenig mehr Kontinuität angebracht, aber natürlich steht ein Produktmanager unter einem gewissen Druck, revolutionäre Neuerungen herauszubringen, wenn er eine neue Version einer Software konzipieren soll. Oftmals ist aber eine schrittweise Evolution, bei der Bewährtes / Etabliertes beibehalten wird, besser als eine Revolution.

Die gleiche Argumentation ist auch für andere Bereiche, z.B. für das IT-Consulting oder auch die Politik, gültig, das würde aber den Fokus des Beitrags sprengen …

Georg Christoph Lichtenberg - Deutscher Physiker und Mathematiker
Georg Christoph Lichtenberg – Deutscher Physiker und Mathematiker

Oliver Höß

Web-Optimierung durch minimal-invasive A/B-Tests – Beispiel Optimizely

A/B-Tests werden in der Werbung genutzt, um die Wirkung von unterschiedlichen Varianten eines Werbemittels in der Zielgruppe zu testen. Auch im Web-Umfeld kann diese Methode eingesetzt werden, um den Einfluss von unterschiedlichen Varianten einer Webseite auf das Besucherverhalten (z.B. hinsichtlich der Conversion-Rate) zu ermitteln.

Ein interessantes Tool in diesem Umfeld ist Optimizely.com. Durch einen ausgefeilten WYSIWYG-Editor kann die bestehende Webseite design- und layout-technisch relativ einfach und minimal-invasiv, d.h. ohne Veränderung des zugrunde liegenden Programm- bzw. HTML-Codes, verändert werden.

Durch eine anschließende Einbindung eines JavaScript-Codes wird dann der Besucher im Betrieb per Zufall auf die unterschiedlichen Varianten der Seite umgeleitet und es kann die unterschiedliche Wirkung neutral gemessen werden. Anschließend sollte natürlich die erfolgversprechendste Variante gewählt und als Ausgangspunkt für weitere Optimierungen verwendet werden (siehe Abbildung).

Leider ist das Tool nicht kostenlos, es kann jedoch 30 Tage lang getestet werden …

A/B-Testing mit Optimizely (Quelle: Optimizely.com)
A/B-Testing mit Optimizely (Quelle: Optimizely.com)

Weiterlesen

Usability in Unternehmenssoftware – Eröffnungsverstanstaltung am Fraunhofer IAO in Stuttgart

Eine gute Benutzbarkeit (Usability) von Unternehmenssoftware ist eine wesentliche Voraussetzung für die Akzeptanz der Anwender und immer mehr ein wesentliches Entscheidungskriterium bei Software-Auswahlprojekten.

Aufgrund dieser hohen Bedeutung wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) das Projekt Usability Inside initiiert, das im Rahmen der Förderinitiative „Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand“ gefördert wird, die wiederum in den Förderschwerpunkt „Mittelstand-Digital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft“ eingebunden ist.

Im Rahmen dieses Projekts wird ein Kompetenzzentrum für Usability in Unternehmenssoftware eingerichtet, das kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Zukunft bei der Entwicklung, Optimierung und der Auswahl von Software unterstützt. Im Mittelpunkt steht dabei die Usability – also Aspekte, welche ihnen bzw. ihren Kunden die Bedienung ihrer Software erleichtern. Die Diskussionsplattform für Softwarehersteller und –anwender bietet Lösungsansätze und Arbeitshilfen aus der Praxis und Wissenschaft. Diese sind speziell auf KMU ausgerichtet, die weder Zeit noch Geld für große Investitionen in diesem Bereich haben.

Am 19.2.2014 findet am Fraunhofer IAO die Eröffnung des Kompetenzcenters statt. Weitere Details entnehmen Sie bitte der Anmeldeseite

Usability Inside Webseite
Usability Inside Webseite

Oliver Höß